Dyshidrotisches Ekzem – Ursachen, Symptome, Behandlung und Tipps für den Alltag
Das dyshidrotische Ekzem (auch Dyshidrose oder Pompholyx) ist eine häufige, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisch sind kleine, stark juckende Bläschen an:
- Fingern und Handflächen
- Zehen und Fußsohlen
- Seitlichen Fingerflächen
Die Erkrankung tritt oft schubweise auf und kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Besonders betroffen sind Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren, häufig mit empfindlicher Haut oder atopischer Veranlagung (z. B. Neurodermitis).
Symptome und Krankheitsbild
Charakteristische Merkmale sind:
- Kleine, tiefliegende, juckende Bläschen (meist klar gefüllt)
- Starker Juckreiz oder Brennen
- Nach dem Aufplatzen: trockene, schuppige oder rissige Haut
- In schweren Fällen: Schmerzen, Spannungsgefühl, Hautverdickung
Typisch ist ein zyklischer Verlauf:
- Bläschenbildung
- Aufplatzen
- Verkrustung
- Abheilung oder Übergang in eine chronische Form
Bei häufigen Rückfällen kann die Haut dauerhaft verdicken und empfindlich auf Reizstoffe reagieren.
Ursachen und Auslöser
Die genaue Ursache für ein dyshidrotische Ekzem ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus genetischen, immunologischen und umweltbedingten Faktoren.
Häufige Trigger sind:
- Kontaktallergien (z. B. Nickel, Duftstoffe, Reinigungsmittel)
- Stress und psychische Belastung
- Feuchtigkeit oder starkes Schwitzen
- Reizstoffe wie Seifen, Desinfektionsmittel oder Chemikalien
- Begleiterkrankungen: Neurodermitis, Pilzinfektionen, Hyperhidrose
Das Ekzem tritt oft in den warmen Monaten auf, wenn Hitze und Schwitzen die Haut zusätzlich belasten.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen anhand:
- des klinischen Bildes (Lokalisation, Bläschenform, Hautzustand)
- einer Anamnese (z. B. Beruf, Allergien, Hautpflegegewohnheiten)
- ggf. Allergietests (Epikutantest)
- Abstriche oder Pilztests, um Infektionen auszuschließen
Wichtig ist die Abgrenzung zu:
- Kontaktdermatitis
- Pilzinfektionen (Tinea manuum/pedis)
- Pustulösem Psoriasis-Befall
Behandlung und Therapie
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Verlauf. Ziel ist, Entzündungen zu lindern, die Haut zu schützen und Rückfälle zu vermeiden.
1. Basistherapie
- Regelmäßige Hautpflege mit fetthaltigen, parfumfreien Cremes
- Vermeidung von Reizstoffen (z. B. Handschuhe bei Feuchtarbeit)
- Sanfte Reinigung ohne Duftstoffe oder Alkohol
- Kühlen bei akuten Bläschen, z. B. mit feuchten Umschlägen
2. Medizinische Behandlung
- Kortisonhaltige Cremes bei akuten Schüben
- Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Tacrolimus) bei langfristiger Anwendung
- Antihistaminika gegen Juckreiz
- Phototherapie (UV-Licht) bei chronischem Verlauf
- Systemische Therapie (z. B. Kortison-Tabletten, Immunsuppressiva) bei schweren Fällen
3. Ergänzende Ansätze
- Zinksalben oder Gerbstoffbäder zur Austrocknung der Bläschen
- Hausmittel (nach Absprache): Kamillenbäder, kühle Umschläge mit schwarzem Tee
- Stressabbau durch Entspannungstechniken (z. B. Yoga, Atemübungen)
Alltag und Prävention
Wer zu dyshidrotischen Ekzemen neigt, kann durch konsequente Hautpflege und Alltagsanpassungen Rückfälle vermeiden.
Praktische Tipps:
- Hände und Füße trocken halten, bei Bedarf Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen tragen
- Pflegecremes regelmäßig anwenden, besonders nach Wasserkontakt
- Stress reduzieren, da psychische Belastung häufig Schübe triggert
- Kontakt mit Nickel, Duftstoffen oder Reinigern möglichst vermeiden
- Atmungsaktive Schuhe und Socken tragen, um Feuchtigkeit zu vermeiden
Langfristige Prävention:
- Hautbarriere stärken durch lipidreiche Pflege
- Reizstoffe meiden
- Bei ersten Anzeichen frühzeitig behandeln, um Chronifizierung zu vermeiden
Verlauf und Prognose
Der Verlauf ist individuell unterschiedlich:
- Viele Betroffene erleben wiederkehrende Schübe, vor allem bei Stress oder Feuchtigkeit
- In milderen Fällen kann die Erkrankung nach Monaten oder Jahren abklingen
- Chronische Verläufe sind möglich, wenn die Haut dauerhaft gereizt bleibt
Komplikationen:
- Sekundäre bakterielle Infektionen durch aufgekratzte Haut
- Rissbildung und Schmerzen im Alltag
- Psychische Belastung durch sichtbare Hautveränderungen
Wann zum Arzt?
- Wenn die Bläschen sich stark ausbreiten
- Wenn starke Schmerzen, Eiter oder Schwellungen auftreten
- Wenn Hausmittel oder Pflege keine Besserung bringen
Leben mit dyshidrotischem Ekzem
Ein dyshidrotisches Ekzem kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Wichtig ist ein bewusster Umgang mit Hautpflege, Ernährung und Stress.
Empfehlungen:
- Pflegeroutine beibehalten, auch in beschwerdefreien Phasen
- Hautarzt regelmäßig aufsuchen
- Austausch mit anderen Betroffenen (z. B. Selbsthilfegruppen, Online-Foren)
- Berufliche Belastungen ggf. anpassen (z. B. Handschuhe, Hautschutzpläne)
Zusammenfassung – die wichtigsten Punkte
- Nicht ansteckend, aber chronisch möglich
- Häufige Auslöser: Stress, Allergien, Feuchtigkeit
- Therapie: Hautpflege, Kortison, Lichttherapie, Stressmanagement
- Prävention: Trigger meiden, Hautbarriere schützen, frühzeitig behandeln


