Journalismus & Medien

Ernst Huberty: Leben, Karriere und Vermächtnis des „Mister Sportschau“

Ernst Huberty gehört zu den großen Namen des deutschen Sportjournalismus. Über Jahrzehnte prägte er die Fernsehberichterstattung über Fußball und wurde vor allem als erster Moderator der ARD-„Sportschau“ bekannt. Sein ruhiger, sachlicher und zugleich präziser Stil machte ihn zu einer unverwechselbaren Stimme des deutschen Fernsehens. Auch Jahrzehnte nach seinen größten Auftritten bleibt sein Name eng mit legendären Fußballmomenten verbunden. Ernst Huberty starb am 24. April 2023 im Alter von 96 Jahren.

Ernst Huberty im Überblick

MerkmalInformation
Vollständiger NameErnest Rodolphe „Ernst“ Huberty
Geboren22. Februar 1927 in Trier
Gestorben24. April 2023
Alter96 Jahre
BerufSportjournalist, Fernsehmoderator und Fußballkommentator
Bekannt als„Mister Sportschau“
SenderSüdwestfunk und WDR
SportschauModerator von 1961 bis 1982
WDR-SportchefAb 1970
EheZweimal verheiratet
Bekannte ReportageDeutschland – Italien, WM 1970
AuszeichnungenGoldene Kamera, Herbert-Award

Wer war Ernst Huberty?

Die Frage „who is Ernst Huberty“ lässt sich vor allem mit seiner außergewöhnlichen Bedeutung für die deutsche Sportberichterstattung beantworten. Der am 22. Februar 1927 in Trier geborene Journalist gehörte zu den Fernsehreportern der ersten Generation und wurde zu einem der bekanntesten Sportmoderatoren der Bundesrepublik. Sein Vater war Luxemburger, weshalb Huberty auch als luxemburgisch-deutscher beziehungsweise deutsch-luxemburgischer Sportjournalist bezeichnet wird.

Schon früh interessierte er sich für Journalismus und Fußball. Nach dem Zweiten Weltkrieg holte er sein Abitur nach und studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Mainz. Anschließend absolvierte er ein journalistisches Volontariat bei der Koblenzer Zeitung. 1950 begann seine Tätigkeit als Sportreporter beim Südwestfunk in Baden-Baden. 1957 wechselte er zum WDR nach Köln und arbeitete dort zunächst in der Redaktion „Hier und Heute“.

Der Beginn der legendären Sportschau

Der wichtigste Abschnitt seiner Karriere begann 1961. Am 4. Juni dieses Jahres wurde die erste Ausgabe der „Sportschau“ ausgestrahlt. Ernst Huberty war ihr erster Moderator und prägte das Format von Anfang an. Bis 1982 blieb er eines der wichtigsten Gesichter der Sendung. Wegen seiner seriösen und unaufgeregten Art erhielt er beim Publikum den Beinamen „Mister Sportschau“.

Sein Moderationsstil war für die damalige Zeit charakteristisch. Während manche spätere Sportreporter durch besonders laute oder emotionale Kommentare auffielen, setzte Huberty auf Präzision und Zurückhaltung. Gerade diese ruhige Art machte ihn bei Millionen Fernsehzuschauern beliebt.

In den 1970er-Jahren entwickelte sich die „Sportschau“ zu einem festen Bestandteil des deutschen Wochenendes. Huberty war damit nicht nur Moderator, sondern für viele Menschen auch die Stimme des deutschen Fußballs.

„Ausgerechnet Schnellinger“ und andere legendäre Momente

Zu den bekanntesten Auftritten gehört das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Italien am 17. Juni 1970 in Mexiko-Stadt. Das dramatische Spiel ging als „Jahrhundertspiel“ in die Fußballgeschichte ein und endete nach Verlängerung mit 4:3 für Italien.

Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit erzielte Karl-Heinz Schnellinger den deutschen Ausgleich. Huberty kommentierte den Treffer mit den inzwischen legendären Worten „Ausgerechnet Schnellinger“. Gerade weil er nicht schrie, sondern den Moment mit seiner charakteristischen Ruhe kommentierte, blieb dieser Satz im kollektiven Gedächtnis.

Auch die „Wasserschlacht von Frankfurt“ bei der Weltmeisterschaft 1974 und das EM-Finale 1976 in Belgrad, das als „Nacht von Belgrad“ bekannt wurde, gehören zu den bedeutenden Sportereignissen, die Huberty kommentierte.

Ernst Huberty als WDR-Sportchef

Neben seiner Tätigkeit vor der Kamera übernahm Huberty auch Verantwortung innerhalb des WDR. 1970 wurde er Leiter der Abteilung Sport. Damit war er nicht mehr nur Moderator und Kommentator, sondern auch für die Entwicklung der Sportberichterstattung verantwortlich.

1982 kam jedoch ein Wendepunkt in seiner Karriere. Im Zusammenhang mit einer Spesen- beziehungsweise Reisekostenangelegenheit wurde er als WDR-Sportchef abgesetzt und ins Dritte Programm versetzt. Berichte sprechen von Unregelmäßigkeiten bei Spesenabrechnungen. Die Angelegenheit wurde später unterschiedlich bewertet, weshalb sie in einer seriösen Biografie sachlich und ohne unbelegte Vorwürfe dargestellt werden sollte.

Bemerkenswert war, dass Huberty diesen beruflichen Rückschlag nicht zum Ende seiner journalistischen Tätigkeit werden ließ. Er arbeitete weiter im Fernsehen und kehrte später sogar als Live-Kommentator zurück.

Ernst Huberty Ehefrau und Privatleben

Auch das private Leben des Journalisten ist Teil seiner Biografie. Ernst Huberty war zweimal verheiratet. Seine zweite Ehefrau hieß Inge; gemeinsam lebten sie später in Frechen bei Köln. Ein Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers zeigt Huberty zudem bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Jahr 2015 gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge und seiner Tochter.

Huberty hielt sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Deshalb sind zu Ehe, Familie und Kindern deutlich weniger Informationen überliefert als zu seiner beruflichen Laufbahn. Bekannt ist jedoch, dass seine Familie in seinem späteren Leben eine wichtige Rolle spielte.

Ernst Huberty Frisur und sein unverwechselbares Erscheinungsbild

Wer sich an die historischen Aufnahmen der „Sportschau“ erinnert, verbindet mit Huberty nicht nur seine Stimme, sondern auch sein gepflegtes Erscheinungsbild. Die Suchintention rund um „Ernst Huberty Frisur“ lässt sich vor allem mit seinem markanten, sorgfältig gekämmten silbernen Seitenscheitel verbinden.

Sein klassischer Stil passte zu seiner gesamten öffentlichen Erscheinung: korrekt, ruhig und professionell. Damit unterschied er sich deutlich von späteren Generationen von Sportmoderatoren und wurde zu einer regelrechten Fernsehpersönlichkeit.

Ernst Huberty als Mentor für jüngere Moderatoren

Auch nach seiner aktiven Zeit als einer der bekanntesten Sportmoderatoren blieb sein Wissen gefragt. Huberty arbeitete als Moderatoren-Coach und gab seine Erfahrungen an jüngere Kollegen weiter. Der WDR nennt unter anderem Reinhold Beckmann und Monica Lierhaus als Moderatoren, die von seiner Erfahrung profitierten.

Damit bestand sein Vermächtnis nicht nur aus alten Fußballübertragungen. Er beeinflusste auch die nächste Generation des deutschen Sportfernsehens.

Ernst Huberty Todesursache: Was ist bekannt?

Die Frage nach der „Ernst Huberty Todesursache“ lässt sich nur eingeschränkt beantworten. Fest steht, dass der Sportjournalist am 24. April 2023 im Alter von 96 Jahren starb. Sein Tod wurde vom WDR bestätigt und ausführlich gewürdigt.

Eine konkrete Todesursache wurde öffentlich nicht bekannt gegeben. Deshalb sollten Spekulationen vermieden werden. Seriöse Darstellungen beschränken sich auf die gesicherten Angaben zu seinem Todestag und seinem Alter. Auch Angaben zu einer bestimmten Erkrankung als Todesursache sind ohne belastbare Quelle nicht angebracht.

Ernst Huberty Grab und letzte Jahre

Auch zum Thema „Ernst Huberty Grab“ sind öffentlich nur begrenzte verlässliche Informationen verfügbar. Eine eindeutig belegte öffentliche Angabe zu einer bestimmten Grabstätte sollte daher nicht als Tatsache dargestellt werden.

Bekannt ist hingegen, dass Huberty bis ins hohe Alter mit großem Interesse an seiner Branche verbunden blieb. Noch im hohen Alter war er als Ratgeber und Coach tätig. Sein beruflicher Erfahrungsschatz machte ihn auch nach dem Ende seiner aktiven Fernsehkarriere zu einer gefragten Persönlichkeit.

Ernst Huberty und das Sammelalbum

Neben seinen Fernsehauftritten gibt es auch eine weniger bekannte Seite seiner Karriere. Sein Name ist mit Veröffentlichungen und Sammelbildern aus der Sportwelt verbunden. Das macht ihn auch für Sammler historischer Fußball- und Sportmemorabilien interessant.

Solche Erinnerungsstücke zeigen, wie stark Sportjournalisten jener Generation Teil der damaligen Fußballkultur waren. Huberty war nicht nur eine Stimme aus dem Fernseher, sondern eine bekannte Persönlichkeit, deren Name auch außerhalb der eigentlichen Sendungen präsent war.

Auszeichnungen und Vermächtnis

Für seine journalistische Arbeit erhielt Huberty mehrere Auszeichnungen. 1972 wurde er mit der Goldenen Kamera als beliebtester Sportjournalist ausgezeichnet. 2011 folgte der Herbert-Award für sein Lebenswerk.

Interessant ist auch die Verbindung zu seinem Nachfolger Heribert Faßbender. Nach Hubertys Absetzung als WDR-Sportchef übernahm Faßbender diese Funktion. Beide Namen stehen deshalb für unterschiedliche Generationen der deutschen Sportberichterstattung.

Ernst Huberty bleibt vor allem als „Mister Sportschau“ in Erinnerung. Seine Stimme, seine sachliche Art und seine legendären Fußballkommentare machten ihn zu einer prägenden Figur des deutschen Fernsehens. Sein Einfluss ging jedoch über die „Sportschau“ hinaus: Er war Reporter, Moderator, Sportchef und später Mentor. Für die deutsche Sportjournalismusgeschichte bleibt sein Name deshalb untrennbar mit einer Epoche verbunden. Auch heute erinnert man sich an seine Arbeit als Beispiel für eine Berichterstattung, die Spannung erzeugen konnte, ohne auf Lautstärke angewiesen zu sein. Für die Leser von Wissen Themen bietet seine Biografie damit nicht nur einen Rückblick auf einen berühmten Sportjournalisten, sondern zugleich einen Einblick in die Entwicklung des deutschen Sportfernsehens.

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