Filipp Piatov: Journalist, Autor und Podcast-Macher
Filipp Piatov gehört zu den Journalisten, die ihre persönliche Familiengeschichte mit politischen und gesellschaftlichen Themen verbinden. Der 1991 in Leningrad geborene Publizist kam bereits als Kleinkind nach Deutschland und studierte später Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt am Main. Bekannt wurde er zunächst als Autor und Kolumnist, später vor allem durch seine Arbeit im Politikressort der BILD. Heute ist er außerdem als Podcast-Redakteur und Co-Host aktiv und beschäftigt sich mit deutscher Politik, internationalen Konflikten und historischen Zusammenhängen.
Quick Bio: Filipp Piatov
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Filipp Piatov |
| Geburtsjahr | 1991 |
| Geburtsort | Leningrad, heute Sankt Petersburg |
| Beruf | Journalist, Autor, Publizist |
| Studium | Wirtschaftswissenschaften |
| Studienort | Frankfurt am Main |
| Bekannt durch | BILD, politische Kommentare und Podcasts |
| Buch | „Russland meschugge – Putin, meine Familie und andere Außenseiter“ |
| Bei BILD | seit 2017 |
| Podcast | RONZHEIMER. |
| Eigenes Format | ZEITREISE |
| Themenschwerpunkte | Politik, internationale Konflikte, Geschichte und Gesellschaft |
Wer ist Filipp Piatov?
Die Frage „who is Filipp Piatov“ lässt sich zunächst biografisch beantworten: Er ist ein deutscher Journalist und Autor mit familiären Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Geboren wurde er 1991 in Leningrad. Bereits ein Jahr später zog seine Familie nach Deutschland. Seine jüdische Familiengeschichte und die Erfahrungen der Migration spielen in seinen späteren publizistischen Arbeiten eine wichtige Rolle.
Nach dem Abitur verbrachte Piatov ein Jahr in Tel Aviv. Anschließend studierte er Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt am Main. Parallel entwickelte er ein Interesse am Schreiben und an politischen sowie gesellschaftlichen Debatten. Erste Veröffentlichungen erschienen unter anderem in der WELT und anderen Medien. Auch Erfahrungen in der Start-up- und Kommunikationsbranche gehören zu seinem frühen beruflichen Werdegang.
Kindheit, Familie und Herkunft
Die Herkunft ist ein wichtiger Bestandteil seiner öffentlichen Biografie. Piatov kam als Kind aus Leningrad nach Deutschland und wuchs im Raum Freiburg im Breisgau auf. Sein Vater stammt aus Russland, seine Mutter aus der Ukraine. Die Familie gehört zur Generation der jüdischen Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die nach Deutschland kamen.
Diese Verbindung unterschiedlicher kultureller Hintergründe beschäftigte ihn bereits früh. In einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen sprach er über jüdische Identität, russische Wurzeln und das Aufwachsen in Deutschland. Dabei wurde deutlich, dass er diese verschiedenen Bestandteile seiner Biografie nicht als zwingenden Gegensatz beschreibt.
Auch seine Großeltern und deren Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung und Migration spielen in seiner persönlichen Familiengeschichte eine Rolle. Diese Themen wurden später zu einem Ausgangspunkt für sein Buch über Russland.
Studium und erste berufliche Erfahrungen
Piatov studierte an der Goethe-Universität Frankfurt Wirtschaftswissenschaften. Sein beruflicher Weg verlief zunächst nicht ausschließlich über klassische journalistische Stationen. Öffentlich dokumentiert sind auch Tätigkeiten in Marketing, Business Development und der Start-up-Szene.
Während dieser Zeit schrieb er bereits Essays und Kolumnen. Dadurch entwickelte sich zunehmend eine Verbindung zwischen wirtschaftlichem Hintergrund, gesellschaftlicher Analyse und politischem Journalismus.
Diese Kombination prägt auch seine spätere Arbeit. Statt ausschließlich aus einer klassischen journalistischen Ausbildung herauszukommen, brachte er Erfahrungen aus Wirtschaft, Kommunikation und digitaler Start-up-Kultur mit.
„Russland meschugge“ und die Reise zu den eigenen Wurzeln
Einen wichtigen Schritt in seiner publizistischen Laufbahn stellte das Buch „Russland meschugge – Putin, meine Familie und andere Außenseiter“ dar. Das 2015 bei dtv erschienene Werk verbindet persönliche Familiengeschichte mit einer Reise durch Russland.
Gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Sara reiste Piatov unter anderem per Anhalter, mit Zügen und über Couchsurfing von West nach Ost. Die Route führte über Kaliningrad, Sankt Petersburg und Moskau bis nach Sibirien und an den Baikalsee.
Das Buch ist deshalb mehr als ein klassischer Reisebericht. Piatov verbindet die Beobachtungen unterwegs mit Fragen nach Herkunft, Identität und der Beziehung zu dem Land, aus dem seine Familie stammt. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb das Werk als eine persönliche Suche nach der russischen Seele.
Karriere bei BILD
2017 wechselte Piatov zur BILD und wurde dort Teil des Politikressorts. Seine journalistische Arbeit konzentrierte sich zunehmend auf innenpolitische und internationale Themen. In den folgenden Jahren übernahm er zusätzliche Verantwortung im Bereich Debatte und Meinung.
Seit 2023 gehört er nach Angaben der IFA Berlin zum Führungsteam des Politikressorts und leitet die Redaktion des RONZHEIMER-Podcasts. Außerdem berichtet er über internationale Konflikte. Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine war er 2022 als Reporter in der Ukraine tätig.
Auch 2026 tritt er weiterhin als politischer Journalist und Gesprächspartner in Erscheinung. So sprach er beispielsweise bei phoenix über energiepolitische Entwicklungen und war regelmäßig an aktuellen politischen Podcast-Ausgaben beteiligt.
Podcast und ZEITREISE
Neben der klassischen Zeitungsarbeit hat der Audiojournalismus für Piatov an Bedeutung gewonnen. Im Podcast RONZHEIMER tritt er gemeinsam mit Paul Ronzheimer und weiteren Gästen zu aktuellen politischen Themen auf. Die Episoden behandeln unter anderem den Krieg in der Ukraine, internationale Politik, die deutsche Parteienlandschaft und geopolitische Entwicklungen.
2026 kam mit „ZEITREISE“ ein historisches Format hinzu. Das Konzept verbindet historische Ereignisse mit Fragen der Gegenwart. Eine der ersten Folgen beschäftigte sich mit der Weimarer Republik und der Frage, welche Lehren sich aus dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie ziehen lassen. Dabei sprach Piatov auch über seine eigene Familiengeschichte und die Migration seiner Familie nach Deutschland.
Filipp Piatov und Kritik
Zum beruflichen Bild gehört auch dokumentierte öffentliche Kritik an einzelnen journalistischen Veröffentlichungen. Besonders bekannt ist ein Fall aus dem Jahr 2018. Damals veröffentlichte BILD einen Bericht über angebliche E-Mails aus dem Umfeld des damaligen Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert. Die Nachrichten stellten sich später als fingierte Aktion des Satiremagazins Titanic heraus. Der Deutsche Presserat befasste sich anschließend mit der Berichterstattung.
Auch die BILD-Berichterstattung über eine Studie des Virologen Christian Drosten im Jahr 2020 löste erhebliche mediale Kritik aus. Verschiedene Medien analysierten damals die Darstellung der wissenschaftlichen Ergebnisse und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen.
Solche Fälle sind bei einer Betrachtung von Filipp Piatovs journalistischer Laufbahn einzuordnen, ohne daraus pauschale Aussagen über seine gesamte Arbeit abzuleiten. Seine Tätigkeit umfasst zahlreiche weitere politische Kommentare, Reportagen und Interviews.
Filipp Piatov privat: Partner, Familie und Religion
Bei Suchanfragen nach „Filipp Piatov Partner“ oder seinem Privatleben ist die Quellenlage deutlich dünner als bei seiner beruflichen Tätigkeit. Aus früheren Veröffentlichungen ist bekannt, dass er für die Reise zu seinem Buch „Russland meschugge“ mit einer Lebensgefährtin namens Sara unterwegs war.
Aktuelle, belastbare Angaben zu einer Ehefrau, einer heutigen Partnerin oder Kindern sind in den geprüften seriösen Quellen jedoch nicht ausreichend dokumentiert. Deshalb sollten entsprechende Namen oder Behauptungen aus unbestätigten Internetseiten nicht als Fakten übernommen werden.
Ähnlich vorsichtig sollte die Frage nach seiner Religion behandelt werden. Seine jüdische Familiengeschichte ist öffentlich dokumentiert und von ihm selbst thematisiert worden. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, wie er seine persönliche Religion heute praktiziert.
Welche Themen prägen seine Arbeit?
Seine journalistischen Themen sind breit gefächert. Dazu gehören deutsche Innenpolitik, internationale Konflikte, Russland, die Ukraine, Migration, gesellschaftliche Identität und historische Entwicklungen.
Sein persönlicher Hintergrund verleiht insbesondere seinen Beiträgen über Russland und die postsowjetische Welt eine biografische Dimension. Gleichzeitig arbeitet er heute vor allem als politischer Journalist und Redakteur und ist damit regelmäßig mit aktuellen politischen Ereignissen konfrontiert.
Auch seine Tätigkeit im Podcast-Bereich zeigt die Entwicklung moderner politischer Medienformate: Neben geschriebenen Kommentaren stehen zunehmend Gespräche, Live-Analysen und historische Einordnungen.
Fazit
Filipp Piatov verbindet eine ungewöhnliche persönliche Biografie mit einer Karriere im deutschen politischen Journalismus. Vom in Leningrad geborenen Sohn einer jüdischen Einwandererfamilie über das Wirtschaftsstudium in Frankfurt bis zur Arbeit bei BILD und im Podcast-Bereich verlief sein beruflicher Weg über verschiedene Stationen. Sein Buch „Russland meschugge“ machte seine Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität früh sichtbar. Heute gehören politische Berichterstattung, Podcasts und historische Themen zu seinen wichtigsten Tätigkeitsfeldern. Wer sich näher mit seinem Werdegang beschäftigt, findet bei Wissen Themen einen kompakten Überblick über die wichtigsten Stationen seines Lebens und seiner journalistischen Arbeit.



