Addi Furler – Der legendäre Sportjournalist, Moderator und Pferdesport-Enthusiast
Wer war Addi Furler?
Addi Furler – ein Name, der in der Geschichte des deutschen Fernsehens und des Sports unvergessen bleibt. Geboren am 21. März 1933 in Berlin, wuchs Furler in einer Zeit auf, in der Sportberichterstattung noch in ihren Anfängen steckte. Doch schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für Sport, Sprache und Präzision – Eigenschaften, die ihn später zu einer Ikone der deutschen Sportschau machten. Furler gehörte zu den prägenden Gesichtern der ARD-Sportschau und gilt bis heute als einer der ersten echten Fernsehstars des deutschen Sportjournalismus. Er war nicht nur Moderator, sondern auch ein Brückenbauer zwischen Sportlern und Zuschauern, zwischen Ernst und Unterhaltung.
Seine Fernsehkarriere begann 1959 beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) als Sprecher, bevor er 1961 gemeinsam mit Ernst Huberty und Günter Siefarth die Moderation der beliebten „Sportschau“ übernahm. Addi Furler war bekannt für seine prägnante Stimme, seine ruhige, aber lebendige Art und seine Fähigkeit, komplexe Sportereignisse verständlich und unterhaltsam zu präsentieren.
Addi Furler – Eine prägende Figur der Sportschau
Als Moderator der Sportschau prägte Furler das Bild des deutschen Fernsehsports in den 1960er- und 1970er-Jahren entscheidend mit. Gemeinsam mit seinen Kollegen Ernst Huberty, später auch Heribert Faßbender und Gerd Rubenbauer, entwickelte er die Sendung zu einem festen Bestandteil der deutschen Fernsehkultur.
In einer Zeit, in der Sportübertragungen noch nicht selbstverständlich waren, schuf Addi Furler durch seine sachliche, aber emotionale Art eine Verbindung zu Millionen Zuschauern. Er verstand es, sportliche Leistungen mit Respekt zu behandeln, Emotionen einzufangen, ohne reißerisch zu sein, und den Zuschauer immer mitzunehmen. Sein Credo lautete: „Wir haben uns nie auf den Boulevard begeben, wir haben immer nur gesicherte Meldungen verbreitet.“
Furler war kein typischer Fernsehmann – er war Journalist mit Herz und Haltung. Viele seiner Kollegen sahen in ihm einen Vorreiter: einen Mann, der das Fernsehen als Mittel verstand, Sport erlebbar zu machen, nicht bloß zu kommentieren.
Addi Furler und Ernst Huberty – Ein starkes Duo der Sportschau
Addi Furler und Ernst Huberty verband mehr als nur die Arbeit vor der Kamera. Sie waren Weggefährten, die gemeinsam das Fundament der deutschen Sportschau legten. Während Huberty als „Mister Sportschau“ gilt, war Furler der ruhige, humorvolle Gegenpart – stets sachlich, aber mit einem charmanten Augenzwinkern.
Beide Journalisten verstanden, dass Sport nicht nur über Tore und Zeiten berichtet werden sollte, sondern über Menschen, Emotionen und Geschichten. Ihre Zusammenarbeit gilt bis heute als beispielhaft für kollegiale Moderation und journalistische Integrität.
Addi Furler und Heribert Faßbender – Generationenwechsel im Fernsehen
Als Heribert Fassbender in den 1970er-Jahren das Sportschau-Team ergänzte, begann eine neue Phase. Addi Furler war bereits ein erfahrener Moderator, während Faßbender eine jüngere Generation vertrat. Trotz des Altersunterschieds verband beide eine tiefe Liebe zum Sport und journalistischer Respekt.
Faßbender nannte Furler später „eine Ikone der Sportschau“ und „einen, der die journalistische Messlatte hochgelegt hat“. Furler blieb stets der Gentleman unter den Sportreportern – sachlich, fair und mit einer unverwechselbaren Stimme, die noch Jahrzehnte später in Erinnerung blieb.
Addi Furler und Gerd Rubenbauer – Ein Erbe der Sportschau-Tradition
Gerd Rubenbauer, einer der bekanntesten deutschen Sportkommentatoren der späteren Jahre, trat in gewisser Weise in die Fußstapfen von Furler. Beide teilten dieselbe Hingabe für den Beruf und denselben hohen Anspruch an journalistische Qualität.
Während Rubenbauer für seine emotionalen Live-Kommentare bekannt wurde, war Furler der analytische Moderator, der die Fakten in den Vordergrund stellte. Ihre Karrieren zeigten die Entwicklung der Sportschau von der sachlichen Informationssendung zu einem emotionalen Sporterlebnis. Furler war somit der Pionier, der die Grundlagen legte, auf denen spätere Reporter aufbauten.
Addi Furlers Leidenschaft: Der Pferdesport
Neben dem Fernsehen war der Pferdesport die große Liebe von Addi Furler. Er war nicht nur ein begeisterter Beobachter, sondern auch selbst aktiver Amateur-Trabrennfahrer. Mit insgesamt 39 Siegen im Rennsattel bewies er, dass seine Leidenschaft für den Sport weit über das Kommentieren hinausging.
Seine größte Idee in diesem Bereich war die Einführung des Titels „Galopper des Jahres“ – einer jährlichen Auszeichnung für das erfolgreichste deutsche Rennpferd. Diese Wahl, die bis heute besteht, war Furlers Versuch, den Pferdesport populärer zu machen und ihn einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Er verstand es meisterhaft, die Faszination des Galopprennens ins Fernsehen zu bringen, lange bevor Pferderennen ein mediales Ereignis waren. Addi Furler war damit nicht nur Sportreporter, sondern auch Förderer einer ganzen Sportkultur.
Addi Furler und seine Tochter – Vicky Furler
Addi Furlers Liebe zum Pferdesport lebte auch in seiner Familie weiter. Seine Tochter Vicky Furler trat in die Fußstapfen ihres Vaters – allerdings nicht als Journalistin, sondern als erfolgreiche Amateurreiterin. Sie gewann zahlreiche Galopprennen und wurde sogar Weltmeisterin bei den Amateurreiterinnen.
Besonders im traditionsreichen Wettbewerb „Preis der Perlenkette“ in Neuss wurde sie zur Rekordhalterin mit fünf Siegen. Damit schrieb die Tochter das sportliche Erbe ihres Vaters fort, wenn auch auf ganz eigene Weise. Die Verbindung zwischen Vater und Tochter zeigt, wie tief die Leidenschaft für den Pferdesport in der Familie Furler verwurzelt war.
Der Mensch Addi Furler – Stärke trotz Krankheit
Was viele Zuschauer damals nicht wussten: Addi Furler litt seit Ende der 1960er-Jahre an einer schweren Nierenerkrankung. Jahrelang war er auf Dialyse angewiesen, bis ihm 1982 eine Nierentransplantation das Leben rettete. Trotz dieser gesundheitlichen Belastungen blieb er aktiv, engagiert und positiv.
Seine Disziplin, sein Lebenswille und sein Humor beeindruckten Kollegen wie Zuschauer gleichermaßen. Als er im Jahr 2000 nach Komplikationen einer Operation in Köln verstarb, schrieb die Welt: „Mit Addi Furler stirbt ein Stück Fernsehgeschichte.“
Addi Furler „Kümmel“ – Das berühmte Zitat
Unvergessen ist Addi Furler auch durch einen Ausspruch, der typisch für seine spontane und humorvolle Art war. In einer Livesendung sagte er einst:
„Liebe Zuschauer, meine Kollegen haben geackert wie die Kümmeltürken, um Ihnen diesen Bericht noch zeigen zu können.“
Heute würde man solche Formulierungen als unpassend empfinden, doch damals galt Furler als volksnah, charmant und schlagfertig. Dieses Zitat – oft verkürzt zu „Addi Furler Kümmel“ – ist bis heute ein Teil seiner Fernsehlegende. Es zeigt seine Ungezwungenheit und den Zeitgeist der damaligen Moderationskultur.
Vermächtnis und Bedeutung von Addi Furler
Addi Furler war mehr als ein Sportreporter – er war ein Wegbereiter des modernen Sportjournalismus in Deutschland. Seine Mischung aus Fachwissen, Persönlichkeit und Haltung machte ihn einzigartig. Er zeigte, dass Sportberichterstattung journalistisch anspruchsvoll sein kann, ohne die Freude am Spiel zu verlieren.
Er war ein Vorbild für nachfolgende Generationen von Moderatoren und Kommentatoren – von Ernst Huberty über Heribert Faßbender bis Gerd Rubenbauer. Und er bleibt ein Name, der in der Geschichte des deutschen Fernsehens fest verankert ist.
Sein Lebenswerk spiegelt die Werte wider, die Fernsehen groß gemacht haben: Glaubwürdigkeit, Leidenschaft und Respekt.
Schlussgedanken
Addi Furler war ein Mann, der den Sport liebte – auf und hinter der Kamera. Seine Stimme, seine Haltung und sein Humor machten ihn zu einem unverwechselbaren Teil der deutschen Fernsehgeschichte. Ob als Sportschau-Moderator, Pferdesport-Enthusiast oder liebevoller Vater seiner Tochter Vicky – Addi Furler hinterließ ein Vermächtnis, das bis heute wirkt.
In einer Medienlandschaft, die sich ständig verändert, bleibt sein Stil zeitlos: ehrlich, menschlich und voller Leidenschaft. Für alle, die sich für Sport, Mediengeschichte und Charaktere mit Ecken und Kanten interessieren, bleibt Addi Furler ein faszinierendes Kapitel deutscher Kulturgeschichte.
Dieser Artikel wurde verfasst für den Blog Wissen Themen, der sich spannenden Persönlichkeiten und Wissensgeschichten widmet.
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