Jona Teichmann – Die Stimme hinter Deutschlands öffentlich-rechtlichem Rundfunk
Jona Teichmann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Hörfunks. Sie steht für journalistische Integrität, Programmqualität und eine klare Haltung in einer Zeit, in der Medienlandschaften im Wandel sind. Seit April 2021 ist sie Programmdirektorin des Deutschlandradios, verantwortlich für die drei nationalen Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova.
Geboren 1963 in Mettmann (Nordrhein-Westfalen), wuchs Teichmann in einem Umfeld auf, in dem Sprache, Nachrichten und gesellschaftliches Bewusstsein früh eine Rolle spielten. Nach dem Abitur am Gymnasium Hochdahl studierte sie Journalistik, Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Dortmund – einer klassischen Kombination für Medienmacher jener Generation. Ihr Weg führte sie anschließend in ein Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), wo sie die Grundlagen des Radiomachens lernte und den Weg einer späteren Führungspersönlichkeit einschlug.
Vom WDR zur Programmdirektorin – Eine Karriere mit Haltung
Teichmann begann ihre Laufbahn 1986 beim WDR 2 in der Abteilung „Aktuelles“. Schon früh zeichnete sich ihr Talent für klare Sprache, analytische Schärfe und Teamführung ab. Zwischen 1990 und 1995 arbeitete sie als Redakteurin im WDR 2-Mittagsmagazin, einem Format, das für viele Hörerinnen und Hörer zum täglichen Pflichtprogramm gehörte.
Von 1997 bis 1999 war sie Korrespondentin im Hauptstadtstudio Bonn, wo sie den politischen Wandel zwischen Bonn und Berlin Journalistisch begleitete. Kurz darauf übernahm sie die Leitung des Funkhaus Europa – einer WDR-Welle, die sich als multikulturelles Radioprogramm verstand und interkulturellen Dialog förderte.
Ihre Führungsstärke und ihr Gespür für gesellschaftliche Themen führten sie 2009 an die Spitze der Hörfunk-Landesprogramme beim WDR. In dieser Zeit war sie verantwortlich für redaktionelle Konzepte, Programmreformen und Innovationen im Hörfunk. Ab 2020 übernahm sie die Leitung von WDR 5, bevor sie im April 2021 zum Deutschlandradio wechselte – ein Schritt, der von der Branche als „mutiger Neuanfang auf Bundesebene“ bezeichnet wurde.
In einem Interview sagte sie später, sie sei „jetzt eine loyale Deutschlandradio-Soldatin“. Diese Aussage beschreibt gut, wie sie ihre Aufgabe versteht: als Dienst an der Gesellschaft, am Hörer, am öffentlichen Diskurs.
Das Deutschlandradio – und Teichmanns Einfluss auf die Programmgestaltung
Als Programmdirektorin prägt Teichmann das inhaltliche Gesicht des Deutschlandradios. Ihre Arbeit umfasst die konzeptionelle Verantwortung für Themenauswahl, journalistische Standards, Kulturinhalte, Podcast-Strategien und digitale Ausspielwege. Unter ihrer Leitung wurde der Fokus stärker auf journalistische Tiefe, Verlässlichkeit und digitale Innovation gelegt.
Teichmann setzt sich dafür ein, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk auch in Zukunft relevant bleibt – nicht durch Sensation, sondern durch Vertrauen. In Redaktionskonferenzen gilt sie als klar, präzise, aber auch empathisch. Kolleginnen und Kollegen beschreiben sie als „Führungskraft mit Haltung“.
Jona Teichmann und Jörg Schönenborn – ein Medienpaar mit Gewicht
Privat ist Jona Teichmann seit vielen Jahren mit Jörg Schönenborn verheiratet, einem der bekanntesten Fernsehgesichter Deutschlands. Schönenborn ist Programmdirektor für Information, Fiktion und Unterhaltung beim WDR und bekannt als Moderator von Wahlabenden, „Tagesthemen“ und politischen Sondersendungen.
Die beiden lernten sich während ihres Studiums in Dortmund kennen – ein Paar, das Medien von Grund auf versteht. Ihre Ehe gilt in Fachkreisen als eine Art „Power-Duo“ des deutschen Rundfunks. Sie verbindet ein tiefes journalistisches Verständnis und die Leidenschaft für Information.
Trotz öffentlicher Positionen achten beide stark auf ihre Privatsphäre. Über ihr Familienleben ist nur wenig bekannt. Es gibt keine öffentlich bestätigten Angaben zu Kindern, und weder Deutschlandradio noch WDR äußern sich dazu. Das Paar lebt in Hilden bei Düsseldorf.
Ihr Verhältnis wird von Medienbeobachtern als „professionell-partnerschaftlich“ beschrieben – zwei Menschen, die sich gegenseitig respektieren, aber bewusst getrennte Verantwortungsbereiche pflegen.
Jona Teichmann Gehalt – Was verdient eine Programmdirektorin beim Deutschlandradio?
Das Thema „Gehalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ sorgt regelmäßig für Diskussionen. Wie bei allen leitenden Positionen in öffentlich-rechtlichen Sendern sind auch Teichmanns Bezüge transparent veröffentlicht.
Laut den Deutschlandradio-Jahresberichten lag ihr Jahresgehalt 2021 bei rund 264 000 Euro brutto, 2022 bei etwa 268 000 Euro, 2023 bei 226 000 Euro. Diese Zahlen beinhalten Grundvergütung, Leistungsanteile und geldwerte Vorteile, entsprechen aber nicht dem individuellen Nettobezug.
Im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Führungskräften liegt ihr Gehalt im oberen, aber nicht höchsten Bereich. Intendanten großer Sender wie WDR oder ZDF verdienen deutlich mehr – bis zu 400 000 Euro jährlich.
Kritiker sehen darin ein Beispiel für „öffentlich-rechtliche Luxusgehälter“, Befürworter betonen dagegen die hohe Verantwortung, den Umfang der Aufgaben und den öffentlichen Auftrag. Teichmann selbst äußert sich zu diesem Thema selten.
Medienethik und Verantwortung
Jona Teichmann steht für Seriosität und journalistische Verantwortung. In Interviews betont sie immer wieder, dass öffentlich-rechtlicher Journalismus „eine demokratische Grundversorgung“ darstellt – nicht als Konkurrenz zu kommerziellen Medien, sondern als Garant für Objektivität und Vielfalt.
Sie ist überzeugt: Qualität im Journalismus bedeutet Tiefe, Fakten, Hintergründe – kein Klickjournalismus, keine Empörungslogik. Ihre Haltung zeigt sich auch in Personalentscheidungen und Programmschwerpunkten: Vielfalt, Gleichstellung, kulturelle Bildung und Transparenz.
Im Kontext der Digitalisierung des Radios gilt sie als Verfechterin neuer Formate. Unter ihrer Leitung wurden Podcasts wie „Der Tag“ oder „Nach Redaktionsschluss“ weiterentwickelt und das junge Angebot Deutschlandfunk Nova gestärkt.
Kritische Schlagzeilen – WDR und Vorwürfe der Vetternwirtschaft
Wie viele Führungspersonen blieb auch Teichmann nicht ganz von Kritik verschont. 2022 wurde in einem Bericht über angebliche Vetternwirtschaft beim WDR ihr Name am Rande erwähnt – im Zusammenhang mit einer Personalentscheidung, bei der ein Neffe einer Direktorenfrau beschäftigt wurde. Die Berichterstattung deutete aber keine direkte Verantwortung oder Beteiligung Teichmanns an.
Diese Episode zeigte dennoch, wie sensibel Personalfragen in öffentlich-rechtlichen Strukturen gehandhabt werden müssen. Teichmann selbst äußerte sich dazu nicht öffentlich, und der WDR wies Vorwürfe von systematischer Begünstigung zurück.
Jona Teichmann und der Wandel im Journalismus
Unter Teichmanns Leitung sucht das Deutschlandradio nach neuen Wegen, seine Relevanz im digitalen Raum zu sichern. Ihr Credo lautet: „Wir müssen dort sein, wo die Menschen Informationen suchen.“
Dazu gehören eine konsequente Social-Media-Strategie, die stärkere Nutzung von Audio-on-Demand, neue Podcast-Reihen und die Verknüpfung von Radioinhalten mit digitalen Angeboten. Gleichzeitig verteidigt sie den linearen Rundfunk als „Verlässlichkeit in Echtzeit“.
Ihr Führungsstil ist geprägt von Offenheit und Förderung junger Journalistinnen. Sie gilt als Mentorin vieler Radiotalente und als Stimme für Gleichberechtigung in Medienhäusern.
Jonas Teichmann – Namensverwandter, kein Verwandter
Im Netz taucht immer wieder die Suchanfrage „Jonas Teichmann Extremsportler“ auf. Hierbei handelt es sich nicht um eine verwandte Person von Jona Teichmann. Jonas Deichmann (nicht Teichmann) ist ein deutscher Extremsportler, bekannt für Langstrecken-Triathlons und Weltumrundungen. Die Namensähnlichkeit führt häufig zu Verwechslungen, es besteht jedoch keine familiäre oder persönliche Verbindung.
Fazit – Jona Teichmann als Vorbild für moderne Medienführung
Jona Teichmann steht exemplarisch für den Wandel im deutschen Journalismus: vom analogen Rundfunk zur digitalen Gegenwart. Sie verkörpert Seriosität, Verantwortungsbewusstsein und journalistische Leidenschaft. Ihre Karriere zeigt, dass man mit Sachverstand, Empathie und Integrität auch in großen Medienhäusern bestehen kann.
Ob als Redakteurin, Wellenchefin oder Programmdirektorin – Teichmann hat bewiesen, dass sie die Balance zwischen journalistischer Freiheit und organisatorischer Führung beherrscht. In einer Zeit, in der Vertrauen in Medien schwankt, ist ihre Haltung ein Signal: Öffentlich-rechtlicher Journalismus kann relevant, modern und glaubwürdig zugleich sein.
Über die Autorenseite – Wissen Themen
Dieser Artikel wurde im Rahmen des Blogs „Wissen Themen“ erstellt – ein Magazin, das sich auf fundierte biografische Recherchen, Medienanalysen und gesellschaftliche Hintergründe spezialisiert. Ziel ist es, Wissen zugänglich zu machen und Menschen hinter bekannten Namen verständlich darzustellen.
Sie können auch lesen: Wer ist Tina Hassel? – Die Stimme der ARD-Politikberichterstattung



