Wer ist Ernst Huberty? – Der Gentleman des deutschen Sportjournalismus
Ernst Huberty war einer der bekanntesten und einflussreichsten Sportjournalisten Deutschlands. Über Jahrzehnte hinweg prägte er die Art und Weise, wie Sport im Fernsehen präsentiert wurde. Millionen Zuschauer kannten ihn als den ruhigen, sachlichen und stets eleganten Moderator der ARD-Sportschau, weshalb er auch den Beinamen „Mister Sportschau“ erhielt. Geboren wurde Ernst Huberty am 22. Februar 1927 in Trier und er verstarb am 24. April 2023 im Alter von 96 Jahren. Seine journalistische Karriere, seine markante Frisur, seine legendäre Stimme und seine Professionalität machten ihn zu einer Ikone des deutschen Fernsehens.
Frühes Leben und Werdegang
Ernst Huberty wurde als Sohn eines luxemburgischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Schon früh interessierte er sich für Sprache, Medien und den aufkommenden Rundfunk. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte er das Abitur ab und studierte Philosophie und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Seine journalistische Laufbahn begann 1950 beim Südwestfunk in Baden-Baden, wo er unter anderem die Sendung „Sport am Montag“ moderierte. Bereits in dieser Zeit zeichnete sich seine ruhige, sachliche Art ab – ein Stil, der ihn von vielen Kollegen unterschied und später zu seinem Markenzeichen werden sollte.
Im Jahr 1957 wechselte Huberty zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) nach Köln und arbeitete zunächst in der Redaktion „Hier und heute“, bevor er 1960 in die Sportabteilung wechselte. Dort begann seine große Fernsehkarriere, die das deutsche Sportfernsehen für Jahrzehnte prägen sollte.
Karriere bei der ARD und die Geburtsstunde der Sportschau
Am 4. Juni 1961 moderierte Ernst Huberty die erste Ausgabe der ARD-Sportschau – eine Premiere, die Geschichte schrieb. Über viele Jahre hinweg führte er die Zuschauer mit ruhiger Stimme und unaufgeregter Souveränität durch die Fußballspiele der Bundesliga und große Sportereignisse weltweit.
Ernst Huberty war kein lauter Showman, sondern ein Journalist mit Haltung. Seine Devise lautete: „Ein Sportreporter ist kein Entertainer, sondern ein Beobachter.“ Genau diese Haltung machte ihn zur Legende.
Neben der Moderation war er auch Kommentator vieler wichtiger Spiele. Besonders in Erinnerung blieb sein Kommentar zum legendären WM-Halbfinale Deutschland gegen Italien 1970, das als „Jahrhundertspiel“ gilt. Seine sachliche, aber dennoch emotionale Art, diesen Klassiker zu begleiten, wurde zum Maßstab für alle nachfolgenden Reporter.
1970 wurde Huberty Leiter der Sportredaktion des WDR und blieb dies bis 1982. Danach musste er diese Position aufgrund einer Spesenaffäre aufgeben – ein Wendepunkt, der jedoch seinen journalistischen Ruf nicht beschädigte.
Späte Jahre und Coaching der nächsten Generation
Nach seinem Ausscheiden aus der WDR-Spitzenposition blieb Huberty dem Fernsehen treu. Er arbeitete weiter als Kommentator und Moderator im Dritten Programm und wechselte 1991 zum neuen Pay-TV-Sender Premiere, wo er ebenfalls Sportübertragungen begleitete.
In den 1990er- und 2000er-Jahren wurde Ernst Huberty zum Mentor vieler junger Moderatoren und Reporter. Er gab Schulungen und Coachings für Journalisten wie Reinhold Beckmann, Johannes B. Kerner, Oliver Welke und Monica Lierhaus – Persönlichkeiten, die selbst später Fernsehgrößen wurden.
Seine ruhige, präzise Art der Berichterstattung, sein Sprachgefühl und seine journalistische Integrität machten ihn zu einem Vorbild für Generationen von Medienschaffenden.
Ernst Huberty und seine Kollegen – Eine Ära im deutschen Sportjournalismus
In den 1960er- und 1970er-Jahren prägte Ernst Huberty gemeinsam mit anderen großen Namen den deutschen Sportjournalismus. Neben ihm standen Größen wie Heribert Fassbender, Addi Furler und Gerd Rubenbauer vor der Kamera. Zusammen bildeten sie ein unverwechselbares Team, das Millionen Zuschauer an jedem Wochenende begleitete.
Sie waren die Gesichter der ARD-Sportschau – ernsthaft, kompetent und mit Respekt für den Sport und die Zuschauer. Ernst Huberty galt dabei als der „Gentleman“ unter ihnen: stets korrekt gekleidet, mit zurückhaltender Körpersprache und seiner berühmten „Ernst Huberty Frisur“, die über Jahrzehnte hinweg kaum eine Veränderung zeigte.
Privates Leben – Ehefrau Inge Huberty und Kinder
Über das Privatleben von Ernst Huberty wurde nur wenig bekannt, da er stets großen Wert auf Diskretion legte. Bekannt ist, dass er zweimal verheiratet war. Seine zweite Ehefrau Inge Huberty begleitete ihn über viele Jahre.
Oft wird gefragt: „Wie alt ist Inge Huberty, Ehefrau von Ernst Huberty?“ – genaue Angaben zu ihrem Alter gibt es nicht öffentlich, jedoch war sie Berichten zufolge einige Jahre jünger als ihr Ehemann.
Ernst Huberty hatte eine Tochter, über die nur sehr wenige Informationen bekannt sind. Sie lebte mit der Familie im Raum Köln, genauer gesagt in Frechen, wo Huberty bis zu seinem Tod wohnte.
Tod und Todesursache von Ernst Huberty
Ernst Huberty verstarb am 24. April 2023 im Alter von 96 Jahren. Die Todesursache wurde in der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben, was seiner Wahrung der Privatsphäre entsprach.
Nach seinem Tod reagierten viele ehemalige Kollegen und prominente Journalisten mit großer Anteilnahme. Sie würdigten ihn als „Meister der Zurückhaltung“ und als den Mann, der den Sport im deutschen Fernsehen in eine neue Ära geführt hatte.
Er galt als Inbegriff von Seriosität, Anstand und journalistischer Präzision – Eigenschaften, die in der heutigen Medienlandschaft zunehmend seltener geworden sind.
Grab und Vermächtnis
Ernst Huberty wurde in Frechen bei Köln beigesetzt. Sein Grab wird heute von vielen Fans und ehemaligen Weggefährten besucht, die ihm Dankbarkeit und Respekt entgegenbringen.
Sein Vermächtnis lebt in der deutschen Sportkultur fort: Nicht nur als der erste Moderator der Sportschau, sondern auch als Lehrer einer ganzen Generation von Sportreportern.
Seine legendäre Frisur, sein präziser Sprachstil und seine besonnene Haltung prägten eine Ära, in der Qualität und Seriosität im Fernsehen im Vordergrund standen.
Bedeutung und Vermächtnis für den deutschen Journalismus
Ernst Huberty steht sinnbildlich für eine Zeit, in der Journalismus noch Handwerk war – sorgfältig, glaubwürdig, und mit einem hohen Anspruch an Qualität.
Er war kein Entertainer, sondern ein Erklärer und Beobachter. Sein sachlicher Ton, seine klassische Ausdrucksweise und sein zurückhaltendes Auftreten machten ihn zu einem Vorbild.
Viele spätere Moderatoren – von Beckmann bis Welke – führten ihre Karriere auch auf die Schule von Ernst Huberty zurück. Damit bleibt sein Einfluss bis heute spürbar.
Fazit – Das Vermächtnis von Ernst Huberty
Ernst Huberty war mehr als nur ein Sportjournalist. Er war ein Kulturphänomen, ein Sinnbild für journalistische Integrität und für die goldene Zeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.
Sein Leben zeigt, dass Qualität, Ruhe und Professionalität langfristig wirken – selbst in einer schnelllebigen Medienwelt.
Auch wenn er 2023 verstorben ist, bleibt er für viele unvergessen – als Mister Sportschau, als Mentor, als Stimme des deutschen Fußballs.
Sein Grab in Frechen steht heute sinnbildlich für das Ende einer Ära, die mit ihm begann.
Sein Lebenswerk und sein Beitrag zum deutschen Sportjournalismus sind ein Stück Fernsehgeschichte, das in Erinnerung bleiben wird – auch bei „Wissen Themen“, wo wir sein Vermächtnis würdigen.
Sie können auch lesen: Dieter Adler – Ein ausführlicher Blick auf den legendären Sportreporter



